PR selber machen?

Wann Kommunikation Chefsache ist und wann besser Profis eingeschaltet werden sollten

PR selber machen, selbstverständlich? Junge Unternehmer sprühen meist vor Energie und wachsen bei ihrer Arbeit über sich hinaus. Auch die PR ist oft zunächst Chefsache. Doch gibt es gute Gründe, warum das andere tun sollten. Welche dagegen oder dafür sprechen, die PR-Verantwortung an Profis zu übergeben.

PR selber machen – was dafür spricht

Aufgaben Auslagern? Nicht immer leicht für Selbständige und junge Unternehmer. Sie sind es gewohnt, viel zu schultern und sich fachfremde Dinge anzueignen. Hinzu kommt anfangs meist ein knappes Budget für externe Dienstleister. Doch fressen Themen, die nicht zu den eigenen Kernkompetenzen gehören, gerne viel wertvolle Zeit. So kann die Kommunkation zur Belastung werden. Was spricht dennoch dafür, die PR selbst zu betreiben?

  • Sie sind mit Ihrem Unternehmen auf einen lokalen Markt beschränkt und neu und einzigartig in dem, was Sie anbieten.

Wenn Sie etwas Spannendes über Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung zu erzählen haben, wird die lokale Presse das dankbar annehmen und darüber berichten. Vielleicht haben Sie auch einen Innovationspreis gewonnen, oder es gibt eine interessante Gründungsgeschichte. Erzählen Sie das den Medien und halten Sie den Kontakt zu den Redaktionen! Mit immer neuen Aspekten und Geschichten können Sie es schaffen, auch nach der anfänglichen Berichterstattung in der örtlichen Zeitung oder dem Lokalradio präsent zu bleiben.

  • Sie haben Spaß an der PR-Arbeit und erziehlen gute Ergebnisse.

Nichts beflügelt bei der Arbeit mehr als Erfolg. Wenn Ihnen der Umgang mit Pressevertretern, Fotografen oder Influencern leicht von der Hand geht und Sie es schaffen, Ihre Botschaften selbst zu steuern, machen Sie weiter! Sie haben offenbar ein gutes Gespür dafür, welche Bedürfnisse Ihre Kontakte haben und können diese bedienen.

  • Das Budget ist einfach noch zu knapp, um die Kommunikation auszulagern.

PR ist deutlich kostengünstiger als Marketing oder Werbung. Eine bestimmte Schwelle sollte das Aufkommen jedoch nicht unterschreiten. Sonst sind die Effekte unter Umständen zu vereinzelt und damit kaum sichtbar. PR baut auf nachhaltige Wirkung, die Investition kann also auch immer als längerfristig betrachtet werden.

Wann die PR besser beim externen Profi aufgehoben ist

Es gibt in der PR vieles, was sich durch Ausprobieren erlernen lässt, indem man es einfach tut. Wer ein paar Redaktionen angerufen und Abfuhren erhalten hat sowie Veröffentlichungen, entwickelt ein Gefühl dafür, was Journalisten im Zusammenhang mit dem eigenen Produkt wollen und was nicht funktioniert. Wenn ein Produkt neu und innovativ ist, läuft die Pressearbeit meist gut. Und auch das Erstellen von Infomaterialien für die Öffentlichkeit mag zunächst leicht von der Hand gehen und diese dank Grafikvorlagen aus dem Internet auch ansprechend aussehen. Es kann aber der Punkt erreicht sein, wo die PR ins Stocken gerät oder ihr Umfang zur Belastung im täglichen Geschäft wird. Und selbst, wenn sich schon ein Spezialist im eigenen Haus mit der Kommunikation beschäftigt, mag dieser mitunter an seine Grenzen stoßen.

Ob für die Kommunikation extra Mitarbeiter eingestellt werden sollen oder können, ist eine unternehmerische Entscheidung. Sie bemisst sich in erster Linie nach dem Stellenwert, den Unternehmer der Kommunikation einräumen und dem verfügbaren Budget. Um flexibler zu bleiben, ist ein freier Berater oder eine Agentur unter Umständen eine sinnvolle Alternative. Gründe, die für das Outsourcing sprechen, können folgende sein: 

  • Das Zeitbudget ist knapp.

PR selber machen erfordert Zeit, die vom eigentlichen Geschäft abgezogen werden muss. Gerade in der Pressearbeit sind normalerweise Geduld, ein langer Atem und Hartnäckigkeit Voraussetzung. Und wirkungsvolle Materialien für Presse und andere Öffentlichkeiten zu erstellen, kann aufwendig sein und Zeit fressen. Wer die Zeit für die nötige Sorgfalt nicht selbst aufbringen kann, beansprucht besser die von anderen. 

  • Nach der Startphase geht nichts weiter.

Als das Unternehmen noch ganz frisch auf dem Markt war, gab es jede Menge darüber zu schreiben. Doch jetzt hat die Presse über das neue Produkt berichtet und verliert das Interesse. Was nun? PR-Profis verfügen auch über das Wissen, wie alte Hüte wieder neu erzählt werden können.

  • Das Instrumentarium ist erschöpft.

PR ist nicht nur Pressearbeit, auch wenn diese einer ihrer Kernbereiche darstellt. Public Relations, die Beziehungspflege mit unterschiedlichen Öffentlichkeiten, besteht aus wesentlich mehr Disziplinen: Mitarbeiterkommunikation, Online-PR, Social Media, Events, Corporate Publishing und vieles mehr. Je nachdem, was mit der PR erreicht werden soll, reicht das Instrumentarium im eigenen Haus unter Umständen nicht mehr aus. Dann ist der spezialisierte Profi gefragt.

  • Knifflige Aufgabenstellung: viele Mitbewerber, schwieriger Markt

Es gibt Branchen, da kämpfen Unternehmen gegen eine Unzahl von ähnlichen Anbietern, von denen einige ihre Sichtbarkeit unter Umständen auch noch mit hohen Werbe- und Marketingbudgets aufrecht erhalten. Wenn Sie sich in einem solchen Markt positionieren wollen, kann PR für Sie Gold wert sein. Doch wie lassen sich die qualitativen Vorzüge Ihres Produkts bei Ihren Zielgruppen hervorheben? Diese Frage kann angesichts der lauten Mitbewerber eine größere Herausforderung darstellen. Gefragt ist Erfahrung und spezifisches Know-how.

  • Der PR fehlt das Ziel und der Außenblick.

Wer PR selber machen will, sollte eine Strategie haben. Denn sonst gibt es zwar möglicherweise vereinzelte Maßnahmen. Ob diese aber geeignet sind, Ihre unternehmerischen Vorhaben zu unterstützen, ist kaum überprüfbar. Das bedeutet: Für die PR müssen konkrete Ziele formuliert sein, die zu erreichen strategisches Vorgehen erfordert. Wenn im Unternehmen nicht die passende Manpower vorhanden ist, eine solche Strategie zu erarbeiten, kann der externe Profi unterstützen. Ein weiterer Vorteil: Durch den Außenblick erhalten Sie wertvolle Erkenntnisse, die Ihnen auch unternehmerisch weiterhelfen können.

Fazit

Mit der PR ist es wie mit vielen anderen Bereichen in Unternehmen auch: Einiges lässt sich selbst stemmen. Durch Trial and Error wird es anfangs vielleicht weniger, später unter Umständen mehr Erfolge geben. Und es gibt Branchen und Produkte, für die PR einfacher zu leisten ist als für andere. Wer es sich leisten kann oder möchte, den Faktor Zeit hinzunehmen und Spaß am Herumprobieren hat, kann sich Techniken für sein Unternehmen bis zu einem gewissen Grad selbst aneignen und PR selber machen. Oder soll es eine professionelle Lösung geben, die zielgerichtet und mit nachhaltigem Effekt die unternehmerischen Vorhaben unterstützt? Dann ist die Arbeit eines erfahrenen PR-Spezialisten unumgänglich, ob als eigener Mitarbeiter oder externer Dienstleister.

Ist PR eine lohnenswerte Investition? Mehr dazu in meinem Beitrag: PR als Investition

Diesen Beitrag teilen