Print-PR war gestern…oder?

Warum die Zeitschrift in der Hand noch nicht ganz vom Smartphone ersetzt wurde und Print in der PR eine wichtige Rolle spielt.

Wer glaubt, dass in Zeiten von Social Media und Smartphone das gedruckte Wort keine Bedeutung mehr für die PR hat, irrt. Zwar sinken die Auflagenzahlen, und Verlage haben es zunehmend schwer auf dem Medienmarkt. All dem zum Trotz landen täglich in Deutschland über 300 Tageszeitungen (Quelle: Basisdaten) in deutschen Briefkästen, und 2018 wanderten immerhin 730 Publikumszeitschriften in regelmäßigen Abständen über die Ladentheke. So richtig tot ist Print also nicht.

Vor allem junge Unternehmer, die mit ihrem Produkt oder ihrer Dienstleistung im Internet verhaftet sind, tendieren dazu, die Printmedien als PR-Plattform gar nicht wahrzunehmen oder für irrelevant zu halten. Kein Wunder, wenn sich die tägliche Arbeit ausschließlich online abspielt. Als PR-Profi ist der Blick ein anderer, und es stellt sich die Frage: Wieso sollte man sich eigentlich die Reichweiten von Printerzeugnissen bei der Wahl seiner PR-Maßnahmen durch die Lappen gehen lassen?

Reichweiten, Ziegruppen, Psychologie. Es gibt viele Begründungen, warum Print für die PR weder tot noch unwichtig ist. Sie sind nach wie vor skeptisch, dass Print Bestandteil Ihrer PR-Strategie sein sollte? Dann brauchen Sie vielleicht Argumente.

Print PR

Der König ist tot. Es lebe der König!

Reichweite

Dass sich immer noch Millionen von Menschen über das gedruckte Wort informieren, ist Fakt. Die Menge an Menschen, die mit Printerzeugnissen erreicht werden, sind nach wie vor beeindruckend. Sie wollen sich überzeugen, dann schauen Sie sich die Reichweiten einiger Publikationen doch einfach einmal selbst an:

Welchen Grund sollte es geben, diese Leserschaft zu missachten?


Glaubwürdigkeit: die Wertigkeit des gedruckten Worts

Zeitungen gehen vermehrt dazu über, ihre Inhalte im Internet nicht mehr ausschließlich kostenlos einzustellen. Für mehr und mehr Artikel müssen Leser direkt bezahlen oder Abonnements abschließen. Professioneller Journalismus kostet eben, und in Zeiten von politischen und ideologischen Social-Media-Kampagnen werden Nutzer und Leser zunehmend kritischer mit dem Ursprung Ihrer Lektüre. Die Wertigkeit von Print-Erzeugnissen steigt damit, denn deren Urheberschaft ist in der Regel leicht nachzuvollziehen. Und das wiederum steigert den Wert dessen, was über Ihre Sache gedruckt wird.

Online kann jeder veröffentlichen. Und so besitzt das gedruckte Wort mehr Glaubwürdigkeit, wie regelmäßig von Studien belegt wird (z.B. “Trust in News 2017“) – und das sogar bei Jugendlichen.


Gefunden werden, nicht gesucht

Wer sucht, der googelt. Aber wer gar nicht nach Ihnen sucht, findet Sie auch nicht. Soll heißen: Viele Online-Artikel werden nur über eine aktive Suche wahrgenommen und auch nur dann, wenn der Nutzer sich für Ihr Sachgebiet interessiert.

Bei Print ist das anders: Steht etwas in einer Zeitschrift über Ihre Sache, erreichen Sie auch Menschen Ihrer Zielgruppe, die gar nicht nach Ihnen gesucht haben. Denn beim Lesen einer General-Interest-Zeitschrift werden die Menschen auf Ihr Thema aufmerksam, ohne dass sie sich aktiv nach Informationen dazu bemüht haben. Ihre Chance, mit Print-PR Menschen zu erreichen, die sonst wahrscheinlich gar nichts von Ihnen mitbekommen hätten.

Wenn der Artikel als einer von mehreren zu Ihrem Fachgebiet erscheint, profitieren Sie auch von der Aufmerksamkeit, die Leser anderen Artikeln schenken. Selbst wenn Sie nicht mit großem Bild erscheinen, nehmen Leser Ihre Sache dank des redaktionellen Umfelds eher wahr.


Papier in der Hand: PR durch Präsenz

Sie gehen zu einem Akquise-Gespräch und ziehen aus Ihrer Tasche eine Zeitung. Darin ein eindrucksvoller Artikel mit Foto über Ihr Unternehmen. Der Artikel liegt während des Gesprächs auf dem Tisch, und Ihr Neukunde nimmt ihn danach interessiert mit, um ihn in Ruhe zu lesen. Im Büro liegt er auf seinem Schreibtisch. Als seine Kollegen herein kommen, fällt deren Blick darauf. Sie fangen an über Sie zu sprechen.

Print PR

Die Präsenz eines Print-Produktes animiert auf unmittelbare Weise zu Gesprächen, anders als es etwa ein Online-Artikel vermag. Damit dieser von anderen wahrgenommen wird, muss er viel stärker aktiv empfohlen (geteilt) werden. Der Print-Artikel hingegen liegt direkt vor einem, kann mitgenommen werden oder an der Wand aufgehängt. Sein Layout ist für die Offline-Welt gemacht, deshalb wirkt er optisch, und das übrigens auch noch nach Jahren.


Print macht es möglich: mehrmals mit dem gleichen Thema

Das Netz vergisst nie. Das hat für die PR einen großen Nachteil: Was von einem Medium veröffentlicht wurde, hat als Thema mit ähnlichen Inhalten kaum eine Chance auf ein zweites Mal. Zeitungen und Zeitschriften sind nur für eine Verweildauer von ein paar Tagen oder Wochen ausgelegt (obwohl sie mancherorts sogar Jahrzehnte aufgehoben werden). Und sie erscheinen regelmäßig. Das hat den Vorteil, dass Sie ein Thema auf gleiche oder ähnliche Weise mit etwas zeitlichem Abstand durchaus einem Medium auch wieder mit Erfolg anbieten können. Und Wiederholung ist ein wichtiges Mittel der PR, um Ihre Botschaften nachhaltig bei Ihren Zielgruppen zu verankern.


Print ist das Medium für Fach-PR

Sie haben fachspezifische Informationen, die nur ein ausgewähltes Publikum benötigt und versteht? Damit werden Sie es in den meisten Fällen im Internet schwer haben. Fachzeitschriften veröffentlichen nach wie vor zumeist nur als gedruckte Exemplare.

Medienmix Print

Fazit: Effektiver durch den Mix – mit Print.

Content Marketing, SEO und Social Media sind wichtige Elemente der PR heutzutage. Das macht klassiche Pressearbeit mit Print- und selbstverständlich auch TV- oder Hörfunktmedien nicht weniger relevant. Wer Print kategorisch ablehnt, verzichtet freiwillig auf Reichweite. Eine gesunde Mischung aus digitalen und analogen Wegen hilft besonders bei heterogenen Zielgruppen möglichst viele Menschen zu erreichen. Und je besser die Maßnahmen verzahnt sind, desto effektiver. Denn das nutzt Ihre PR-Ressourcen am intensivsten und schöpft dabei alle Möglichkeiten aus.